Fotomodell gesucht

Soeben habe  ich folgende Email von einem Mitglied des Wuxi International Clubs erhalten:

 

Männliches Fotomodell gesucht für einen zweitägigen Tourismus-Fotoshoot in der Umgebung von Wuxi vom 28. Oktober bis 1. November.

 

Lohn ist ausgezeichnet (1400 RMB für 8 Stunden Arbeit während zwei Tagen) und Spesen werden übernommen.

 

Das Modell muss ca. 180 cm gross sein, schlank und zwischen 20 und 35 Jahre alt.

 

Erfahrung ist nicht nötig, aber man muss verfügbar sein von 9 Uhr morgens bis 6 Uhr abends am ersten Tag und den kompletten zweiten Tag.

 

Fotos werden erbeten an…

 

 

Na, da passiert doch endlich mal etwas Aufregendes in Wuxi! Sieht aus, wie wenn Wuxi nun den typischen, chinesischen Touristendestinationen wie Shanghai und Peking den Kampf ansagen möchte und in der Tourismus-Trommel rührt. Ich bin mächtig gespannt auf das Resultat. Zwei potentielle Kandidaten, die ich ebenfalls kenne, haben für den Fotoshoot bereits abgesagt; einer fühlt sich zu wenig schlank, der andere zu wenig gross.

 

Aber ich werde schon bald vor Ort sein und weiter über diese spannende Geschichte berichten, vielleicht sogar mit entsprechenden Bildern – hier bei www.wuximail.com!

 

Alles Wuxi, oder was?!

 

PS: Wer ernsthaft an diesem Job interessiert ist, soll sich bei mir melden und ich werde die Anfrage umgehend weiterleiten!

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Zahlen oder verbluten

Als ich vor zwei Jahren in China ins Krankenhaus musste, hatte ich gottseidank nichts Schlimmes – nur eine Angina. Aber weil man in China nicht zum Arzt geht, hatte man mich gleich ins Krankenhaus gebracht.

 

Quelle: weibo.com

Quelle: weibo.com

 

Mir hatte diese Erfahrung gereicht, ich hoffe, ich werde nie mehr in China ins Krankenhaus müssen. Wenn ich nun den Artikel über die arme Wanderarbeiterin lese, die man einfach auf dem Operationstisch liegen lässt und nicht weiter operiert, bis die Familie mehr Geld rüber schiebt, dann bestätigt das meine Ansicht umso mehr.

 

Alles Wuxi, oder was?!

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Temple Restaurant in Peking

???????????????????????????????Obwohl wir mit der Email-Bestätigung eine sehr gute Wegbeschreibung erhalten hatten, war das TRB nicht einfach zu finden. Nachdem uns der Taxifahrer an der Hauptstrasse abgesetzt hatte, spazierten wir durch eine kleine, typisch chinesische Quartierstrasse mit lauter kleinen Restaurants. Ganz am Ende der Strasse war dann das TRB – ein in ein modernes Restaurant umgebauter ehemaliger 400 Jahre alter Tempel! Der Eingang führt über einen kleinen Hof, wo links und rechts lauter moderne Kunstwerke ausgestellt sind. Das Interieur istsehr modern, eher kühl, aber mit einer wunderbaren Atmosphäre.

 

Die Zeitschrift Time Out Beijing nominierte das Tempel Restaurant Beijing nicht nur zum Besten Internationalen Essen und zur Besten Weinkarte, sondern auch zum Restaurant des Jahres – und dies nicht zu unrecht. Der Eigentümer muss unglaublichen Wert auf Details legen. Alle Angestellten trugen die gleiche Uniform, die Männer Anzüge, die Damen petrol-grüne Kleider und – was ich sehr ausgefallen und gelungen finde – dazu alle die gleichen Perlohrringe und Perlenkette. Auf diese Idee muss man erst Mal kommen!

 

Noch nirgends habe ich so aufmerksames Personal erlebt – und dass in China! Wir wurden von einem Kellner zum Tisch geführt, jedem von uns wurde der Stuhl zurückgeschoben, bevor ich mich setzen konnte, hatte man bereits ein kleines Beistelltischchen für meine Handtasche neben mich gestellt und die Serviette wurde auf den Schoss gelegt. Musste man zur Toilette, wurde einem der Weg bis zur Toilette gezeigt, kam man zurück, war die Serviette wieder schön gefaltet auf dem Tisch und ein Angestellter wartete bereits, um den Stuhl zurecht zu schieben. Ich war schon in Restaurants gewesen, wo es mich nervös gemacht hatte, wenn ich ständig einen Kellner um mich herum hatte. Doch hier geschah alles in einer sehr unaufdringlichen, überhaupt nicht störenden Art. Brauchte man einen Kellner, war er sofort zu Stelle, aber ansonsten konnte man in Ruhe essen.

 

Die Menükarte liefert alles, was das Herz begehrt, vorwiegend französische Spezialitäten, alles im oberen Preissegment. Doch bevor das Essen kam, wurden wir mit leckerem Brot und einem Amuse Bouche (Hummer-Mousse) verwöhnt. Als Vorspeise wählte ich einen Garden Mix und Red Snapper als Hauptmahlzeit. Was ist ein „Garden Mix“? Ich erwartete eine Schüssel bunt gemischten Salat. Weit gefehlt! Der Koch muss ein Künstler sein: Ich erhielt ein rundes Stück Blätterteig, bestrichen mit einer Schicht Mascarpone und darauf verteilt Salat und Gemüse. Es sah aus wie ein eigener Mini-Kräutergarten, wunderschön hergerichtet. ???????????????????????????????

 

???????????????????????????????Der Red Snapper war für zwei Personen. Der Kellner bereitete ihn frisch aus dem Ofen direkt am Tisch zu. Erst wurden die Salzkruste, die Haut und die Gräten entfernt, dann nachgewürzt. Ich bin kein grosser Fisch-Fan, aber dieser Red Snapper war ein Gedicht, er zerging regelrecht auf der Zunge.

 

Die Weinkarte ist ein dickes Buch, ein Abend reicht wahrscheinlich nicht, wenn man das alles durchlesen möchte. Von bezahlbarem Wein ab RMB 200 bis zum Luxusgetränk für RMB 12‘500 war alles vorhanden. Wir wählten einen eher günstigen australischen Weisswein. Er war perfekt temperiert und schmeckte vorzüglich.

 

Zum Verdauen gab es ein Wassermelonensorbet, bevor es mit dem Dessert weiterging. Höhepunkt kam allerdings nach dem Dessert, als der Kellner mit einem Wagen voll Pralinen vorfuhr und uns eine Auswahl davon auf den Tisch stellte. Kann man noch mehr verwöhnt werden? Man kann! Nachdem wir die Rechnung bezahlt hatten, wurden wir gefragt, wohin wir wollten und Heinzelmännchen im Hintergrund organisierten ungefragt ein Taxi. Als wir den Tempel verliessen, bekam jeder eine Aufmerksamkeit des Hauses mit den Worten „für Ihr Frühstück“ in die Hand gedrückt. Es handelte sich hierbei um eine selbstgemachte Marmelade. Wer in China lebt weiss, dass Marmelade in China keine Selbstverständlichkeit ist. Man bekommt sie praktisch nur in internationalen Supermärkten und bezahlt auch einen entsprechenden Preis dafür. Umso mehr haben wir diese kleine Aufmerksamkeit geschätzt.

 

Ich habe unterdessen einige sehr schöne und ausgefallene Restaurants in China (vor allem in Shanghai) kennengelernt, aber das TRB schlägt alles! Time Out Bejing sagt es richtig: TRB ist ein Kunstwerk!

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Ich liebe China

Dies sagte Kim, nachdem sie mir ein weiteres Abenteuer made in China erzählt hatte. Kim war einen Monat nach mir, Ende Juni von China zurückgekommen, sie hatte dort knapp zwei Jahre im gleichen Compound wie ich gelebt. Und wie bei mir ist auch bei ihr das Thema China nicht abgeschlossen, als Leiterin der Verkaufsregion Asien, muss/darf auch sie immer mal wieder in den Osten jetten.

 

Letztes Wochenende war es soweit, Kim flog zum ersten Mal seit ihrer Heimkehr wieder nach China. War es die Aufregung, der Stress, die Müdigkeit? Man weiss es nicht, aber jedenfalls liess Kim in Wuxi ihre Handtasche im Taxi liegen. Würde das in der Schweiz passieren, wäre das zwar ärgerlich, aber kein grösseres Problem: Man ruft beim Taxi-Unternehmen an und hat die Tasche innert kurzer Zeit wieder. Aber wir sprechen hier von China…

 

In der Handtasche befand sich u.a. Kim’s Reisepass mit dem China-Visum. Die Beantragung eines Notfallpasses und eines Exit-Visums hätte bis zu drei Wochen dauern können, von den Mühen und Auslagen mal ganz abgesehen. Kim’s Glück war, dass sie den Taxibeleg mit Telefonnummer hatte und dass sie mehr oder weniger fliessend Chinesisch spricht.

 

Ein Anruf beim Taxi-Unternehmen brachte sie nicht wirklich weiter. Innert zwei Tagen war sie bei gefühlten 15 verschiedenen Polizeiposten mit dem Resultat, dass die chinesische Polizei nicht wirklich dein Freund und Helfer ist. Nur Bares ist Wahres! Kim musste dem Taxifahrer RMB 800 (CHF 100) bezahlen, damit dieser die Handtasche rausrückte. Die Polizei unternahm nichts, es gab keine Strafe, keine Anzeige.

 

Oh, wie fühle ich mit Kim, mir kommt grad wieder mein Abenteuer mit dem gestohlenen iPhone in den Sinn. Man kann wirklich nur froh sein, wenn man in China nichts mit den Behörden zu tun hat.

 

Alles Wuxi, oder was?!

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Explosion in Wuxi

Heute Nachmittag gab es in Wuxi’s New District bei Hynix Semiconductor Factory eine Explosion mit Grossbrand und schwarzen Rauchwolken. Die koreanische Firma ist der weltweit zweitgrösste Hersteller von Computer-Memory-Chips und liegt in der Nähe von meinem ehemaligen Arbeitgeber in Wuxi. Gemäss Internet-Informationen ist dies nicht der erste Vorfall bei dieser Firma.

 

Offizielle Bekanntmachungen gab es noch nicht, aber angeblich schwirren nun ungesunde Gase in der Luft rum. Auch soll ein ungewöhnlicher Geruch in der Luft liegen. Jedenfalls haben meine Expat-Kollegen erfahren, dass Hynix Semiconductor seine Mitarbeiter angewiesen hat, Wuxi zu verlassen! Das hört sich dann doch schon sehr ernst an.

 

Meine Kollegen haben genau dies gemacht: Sie haben sich bei ihrem Arbeitgeber für die nächsten zwei Tage abgemeldet und sind geflüchtet. Ich kann nur hoffen, dass es allen gut geht!!

 

Die Internetseite www.wuxicityguide.com empfiehlt seinen Lesern, zu Hause zu bleiben und Fenster geschlossen zu halten.

 

Diesen Rat hat man nicht nur in Wuxi erhalten, sondern auch die Einwohner der Gemeinde Wallbach, knapp 40 Kilometer von meinem Wohnort entfernt. Dort hat es über Nacht aus einer Recycling-Firma Russ „geregnet“. Aktuell weiss man noch nicht, wie giftig die Stoffe sind, aber es wird empfohlen, auf die Ernte von Gemüse und Früchten zu verzichten.

 

…und ich hatte mich so auf die saubere Luft in der Schweiz gefreut…

 

Alles Wuxi, oder was?!

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Neulich auf der Engstligenalp…

Seit ich von China zurück bin, habe ich ein grosses Bedürfnis, in die Schweizer Berge zu gehen. Ich weiss nicht, woran es liegt, normalerweise bin ich so gar nicht der typische Wandervogel. Wasser ist da schon eher mein Element.

 

Wer in die Schweizer Berge geht, der wird auch auf Chinesen stossen. Typischerweise zieht es die Touristen aus Asien aufs Jungfraujoch oder auf den Pilatus. Weniger erwarten würde ich sie im hintersten Berner Oberland, in Adelboden. Seit längerem trug ich mich mit dem Gedanken, auf der Engstligenalp wandern zu gehen. Weniger, weil die Engstligenalp super bekannt ist, sondern viel mehr aus nostalgischen Gründen: In meiner Kindheit sind wir jedes Jahr nach Adelboden in die Skiferien gefahren. Seit über 30 Jahren war ich nie mehr dort gewesen, das wollte ich mir nun wieder ansehen.

 

???????????????????????????????Mit dem Auto fuhren wir vor dem Dorfzentrum links Richtung Kuonisbergli und von dort weiter zur Seilbahnstation Unter dem Birg. Auf dem Parkplatz sahen wir eine kleine Gruppe Chinesen, die mit einem Schweizer unterwegs waren. Sie trugen alle Turnschuhe oder schwarze Anzug-Schuhe. Ich ging davon aus, dass sie mit der Seilbahn hochfahren und dort die schöne Aussicht und frische Luft geniessen würden. – Noch vor einem Jahr hätte ich ebenfalls die einfache Variante gewählt: Mit der Seilbahn hoch auf die Engstligenalp, oben einen gemütlichen Spaziergang und dann mit der Bahn wieder runter. Dieses Jahr war anders, ich war von einem unerklärlichen Ehrgeiz gepackt, die Schweizer Berge zu besteigen (natürlich nach wie vor auf die gemütliche Tour, keineswegs mit Seil und Steigeisen…). So beschlossen wir spontan, die Alp von unten zu Fuss zu erklimmen. Der Aufstieg sollte zwar nur knapp zwei Stunden dauern, aber es wurden doch nicht unwesentliche 750 Höhenmeter bezwungen.

 

Unter der Seilbahn schlängelt sich der Weg ziemlich steil dem Felsen entlang bergauf. Zum Teil wurden die Wege in den Fels gesprengt, oft sind sie mit Treppen versehen und gesichert. Kaum zu glauben, dass hier jeweils im Frühling und Herbst die Kühe durchgehen, um auf die Alp zu gelangen. Zurückblickend bot sich eine herrliche Aussicht auf Adelboden und ins Engstligental.

 

Kurz bevor wir den Oberen Engstligenfall erreichten, wurden wir von einer Chinesin überholt. Wie ein junges Reh hüpfte sie den Berg hoch, ging an uns vor bei und sagte mit leichtem Akzent „Grüezi“. Mir blieb der Mund offen. Das konnte keine Touristin sein, noch nie vorher habe ich einen Chinesen „Grüezi“ sagen hören. Schon kurze Zeit später überholten uns drei weitere Chinesen, u.a. der Herr mit den schwarzen Anzug-Schuhen! Das Schlusslicht dieser Gruppe bildete der Schweizer, er war zwar der einzige, der Trekking-Schuhe trug, keuchte aber von allen am lautesten.

 

DSC09552 smallBeim Wasserfall machten wir eine kurze Pause. Ich bin immer wieder beeindruckt von der Wucht und dem Getöse dieser Naturkräfte. Beim weiteren Aufstieg durch die Wasserstaubwolke am Gegenhang erhielten wir eine wohltuende Abkühlung – die Chinesen hatten für diesen Abschnitt die Regenjacke hervorgeholt.

 

Den felsigen Teil hatten wir hinter uns gelassen, der Schlussaufstieg führte über grüne Kuhweiden und an Alphütten vorbei. Bei der Alpwirtschaft Chummihütte legten wir einen Stopp ein, um Alpkäse zu kaufen. Dort stiessen wir auch wieder auf die Chinesen. Der Herr mit den schwarzen Anzug-Schuhen kam zu uns und fragte auf Englisch, wo wir her kommen. Wir sagten, dass wir Schweizer seien. Ganz erstaunt zeigte er auf meinen Rucksack und meinte, der sei doch aus China. Tatsächlich trug ich einen Rucksack der chinesischen Marke Li Ning, ein Mitarbeitergeschenk meines Arbeitgebers in Wuxi. Ich lachte und sagte, ich hätte längere Zeit in Wuxi gearbeitet. Nun war es an dem Chinesen, mit offenem Mund da zu stehen. Nachdem er die Sprache wiedergefunden hatte, sagte er, er wisse schon, wo Wuxi sei, er sei aus Shanghai. Dann ging er zu seinen chinesischen Kollegen, sagte etwas auf Chinesisch und zeigte immer wieder auf mich. Uebersetzung: „Die Schweizerin, die mit Trekking-Schuhen und chinesischem Rucksack so langsam den Berg hochgeschlichen ist, die hat mal in China gelebt…“ – oder so ähnlich…

 

Alles Wuxi, oder was?!

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Capital M in Peking

In Shanghai heisst eines meiner Lieblingsrestaurants „M on the Bund“. Das Pendant in Peking heisst „Capital M“. Beide Restaurants sind auch Empfehlungen meiner Touristenkarte von alacartemaps.com. Somit kann es nur eine gute Adresse sein.  Beide Restaurants sind im oberen Preissegment, doch hier erhält man auch etwas wirklich Gutes für sein Geld.

 

Während das „M on the Bund“, wie es schon der Name sagt, in Shanghai den Bund überblickt, hat man im „Capital M“ eine tolle Aussicht auf den Tianamen Platz. Bei warmen Temperaturen, sind die besten Plätze auf der Terrasse.

 

Die Bedienung ist sehr zuvorkommend und aufmerksam. Die Speisekarte lässt keine Wünsche offen.

 

Wird es etwas kühler, kommt die Bedienung zu uns und bietet Paschmina-Schals an, damit man auf der Terrasse nicht frieren mussten. Das nenne ich einen Service!

 

Leider komme ich nicht sehr oft nach Peking, aber wenn, dann ist ein Besuch beim „Capital M“ definitiv auf der to do Liste!

 

Alles Wuxi, oder was?!

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Panjiayuan Markt

Als ich vor zwei Jahren die Stadt Shanghai entdeckte, hatte ich anstelle eines Reiseführers eine Touristenkarte von alacartemaps.com. Diese Karte hat mir extrem viele Insider-Tipps für Restaurants, Shops, Massagesalons etc gegeben, die ich nie in einem Reiseführer gefunden hätte. Während jedes Shanghai-Aufenthaltes folgte ich einer neuen Empfehlung und lerne Shanghai je länger je besser kennen. Ich war so begeistert von meiner Touristenkarte, dass ich diese auch für andere Städte kaufte, u.a. Peking.

 

Bei meinem dritten Besuch in Peking hatte ich zum ersten Mal meine à la carte Touristenkarte dabei. Und ich entdeckte Sachen, die ich vorher nicht gekannt hatte, z.B. den Panjiayuan Markt, ein echter Insider-Tipp! Meine Karte beschreibt ihn als Antiquitäten-Fake-Markt.

 

Der Panjiayuan Markt liegt im Süden der Stadt in der Nähe vom Himmelstempel. Im starken Peking-Verkehr benötigten wir mit dem Taxi eine knappe Stunde, um dorthin zu kommen. Aber die Geduld hatte sich gelohnt. Wir landeten im tiefsten China, keine Ausländer waren zu sehen, die Chinesen drehten sich nach uns um und murmelten immer wieder „laowai“ – wir fielen auf. Der Markt besteht aus vielen kleinen Martkständen, wo hauptsächlich Schmuck und chinesisches Handwerk verkauft wird. Oeffnungszeiten sind von 4.30 Uhr morgens bis 18 Uhr am Abend. Wir waren erst um 17 Uhr da und viele Marktfahrer fingen bereits an, ihre Stände zusammen zu räumen. Trotzdem bekamen wir einen tollen Einkauf und machten auch ein paar gute Schnäppchen (Schmuckkisten aus Karton für RMB 8, Seiden-Schuhbeutel für RMB 5), lauter Sachen, die wir auch schon auf dem Silk Market angeschaut hatten, nur waren sie da 2-3x so teuer gewesen. Wir hatten den Eindruck, dass auf diesem Markt die Verkäufer vom Silk Market ihre Ware einkauften und dann dort zu einem teureren Preis weiter verkauften.

 

In der hintersten Ecke entdeckten wir einen kleinen, verborgenen Laden. Bis unters Dach war er gefüllt mit Sideboards, Kommoden und kleinen Tischchen. Alle Möbelstücke waren in knalligen Farben (hauptsächlich Chinarot) angemalt und mit chinesischen Symbolen (hauptsächlich Drachen) verziert. Müsste ich eine Wohnung in China einrichten, würde ich mich hier eindecken.

 

Wir waren ganz begeistert von diesem Markt. Hier lernt man das richtige China ohne Touristen kennen.

 

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Wuxi-Smog über der vermeintlich sauberen Schweiz

Wuxi Mail SmogHeute Morgen fuhr ich bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein zur Arbeit. Mitten auf der Autobahn sass ich dann plötzlich im dicksten Smog:

 

Ein eher ungewöhnlicher Anblick in der vermeintlich sauberen Schweiz. Das Internet klärt auf, dass es sich hierbei um Sommersmog – auch  Los Angeles-Smog genannt – handelt. Nun, ich würde dies eher Wuxi-Smog nennen… Dieser bildet sich am Rande oder weit entfernt von Ballungsgebieten aus. Unter starker Sonneneinstrahlung bilden sich Photooxidantien, gemessen als Ozon (O3), die in erster Linie auf die Emissionen der Vorläufersubstanzen Stickstoffoxide und Kohlenwasserstoffe aus dem Kraftfahrzeugverkehr zurückgehen.

 

Wer noch mehr technische Einzelheiten wünscht, findet diese hier, allen andern empfehle ich, sich schleunigst auf einen Berggipfel zu verziehen und dort die herrlich saubere Luft einzuatmen.

 

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Wo reist man in China am günstigsten?

???????????????????????????????Nicht in Wuxi! Das zumindest sagt ein Forschungsbericht der Chinesischen Akadamie der Sozialwissenschaften. Ob Wuxi für chinesische Verhältnisse billig oder teuer ist, das sei mal dahin gestellt. Aber wirklich überraschend finde ich, dass Wuxi überhaupt als eine der 50 wichtigsten Tourismusstädte in China aufgelistet wird. Wuxi ist nicht mal im aktuellen Lonely Planet China erwähnt!

 

Der Forschungsbericht hat anhand von Hotelpreisen, Eintritten zu Sehenswürdigkeiten und öffentlichen Verkehrsmitteln die günstigsten und teuersten Reisestädte Chinas ermittelt. Die günstigsten Städte sind Xianyang, Dunhuang und Harbin, die teuersten Dalian, Wuxi und Shanghai.

 

Wer – wie ich – Xianyang nicht kennt, findet unter Wikipedia folgenden Text: In der Gemeinde Zhengyang des Stadtbezirkes Weicheng befindet sich das Mausoleum Han Yang Ling des Han-Kaisers Jingdi mit einem 1999 eröffneten Museum, das unterirdisch die Ergebnisse der seit 1990 laufenden Ausgrabungen zeigt.

 

In Dunhuang war ich ebenfalls noch nicht. Dieser Ort liegt an der Seidenstrasse, wäre sicher mal ein Besuch wert – kommt bei mir auf die Liste!

 

Dalian liegt im Norden Chinas am Meer. War eigentlich immer auf meiner Liste, aber leider habe ich einen Trip dahin nie geschafft.

 

Dass Shanghai zu den teuersten Städten zählt,  ist nicht wirklich eine Ueberraschung. Aber dass Harbin zu den billigsten und Wuxi zu den teuersten Zielen gehört, das erstaunt. Gemäss eigenen Erfahrungen ist ein Hotelzimmer in Wuxi einiges günstiger als in Harbin. Zudem haben die Eintrittskarten zu Sehenswürdigkeiten in Harbin ein nicht unwesentliches Loch in meinen Geldbeutel gerissen.  In Wuxi ist der goldene Buddha DIE Sehenswürdigkeit, ich weiss nicht mal mehr, was der gekostet hat, aber ich fand es nicht überrissen (und wer schlau ist bzw. chinesisch kann, bestellt sich die Eintrittskarte im Internet, dann ist sie nochmals 50 % billiger!). Der Bus in Wuxi ist so günstig (RMB 1 bzw. 2 / CHF 0.15 bzw. 0.30), viel günstiger geht gar nicht, sonst fährt man bald umsonst. Ich habe in Harbin nie den Bus benutzt, aber Taxifahren fand ich da auch teurer als in Wuxi.

 

Die Moral von der Geschicht, höre nicht auf einen Forschungsbericht… 🙂

 

Alles Wuxi, oder was?!

 

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